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Resilienz und Achtsamkeit in der Diätologie?

Was haben Resilienz und Achtsamkeit mit Diätologie zu tun?

Dauerstress wirkt sich auf Körper, Geist und Seele negativ aus. 

Durch Resilienz und Achtsamkeit kann die Ernährungstherapie unterstützt werden. 

Auch auf die Verdauung hat die Resilienz eine entscheidende Wirkung (siehe Beitrag unten).

resilienz

Resilienz steht für psychische Widerstandsfähigkeit, die Menschen dazu befähigt besser mit Krisensituationen umzugehen. In Bezug auf die ernährungsmedizinische Beratung heißt Widerstandsfähigkeit, besser mit belastenden Lebensumständen umzugehen und die Herausforderungen (inkl. Ernährung) des Alltages zu meistern.

 

Mir ist es besonders wichtig, dass die Ernährung alltagstauglich ist. Das heißt, sie muss auch umsetzbar sein, egal welche Lebensumstände gerade im Vordergrund stehen.

 

Wenn Ernährungsveränderungen nicht sofort klappen, heißt das nicht, dass man gescheitert ist. Entweder waren die Empfehlungen nicht alltagstauglich oder nicht der aktuellen Lebenssituation entsprechend.

 

Gemeinsam vereinbaren wir im Gespräch Ziele, indem die allgemein gültigen Ernährungsempfehlungen auf deinen Alltag runter gebrochen werden à diätologisches Coaching.

 

·       Ja, eine Ernährungsumstellung dauert dadurch länger und auch die Zielerreichung.

·       Ja, die Ernährungsumstellung ist Alltagstauglich

·       Nein, es gibt dadurch keinen Jo-Jo-Effekt

 

Wichtig ist, trotz Höhen und Tiefen seine Ziele zu verfolgen:

 

Hinfallen, aufstehen, Krone richten und weiter gehen. 

Resilienz in der Ernährungstherapie

Wenn früher die diätologische Beratung vielmehr eine Wissensvermittlung war, ist diese heute vielmehr ein diätologisches Coaching. Im Coachingsprozess geht es darum, Ressourcen im Bereich der Ernährung zu aktivieren und die Selbstwirksamkeit in der Ernährungsumstellung zu stärken. Ressourcen erkennen und Selbstwirksamkeit fördern sind Bereiche der Resilienz. Die Resilienz umfasst: Optimismus, Akzeptanz, Lösungsorientierung, Opferrolle verlassen, Verantwortung übernehmen, Netzwerke aufbauen, Zukunft planen. 

 

 

Wusstest du, dass im Diätologie-Studium die Beratungstechnik ein wesentlicher Beitrag in der Ausbildung ist?

 

Wir DiätologInnen sind geschult darauf, das Ernährungswissen durch diätologisches Coaching an den Mann/an die Frau zu bringen und praktikabel zu machen. Step by Step begleite ich dich bei DEINER Ernährungsumstellung

 

Für eine bessere Resilienz in der Beratung, spielen 4 Perspektiven eine bedeutende Rolle:

  • Haltung
  • Ressourcen
  • Erfahrung
  • Empathie

 

 

Ist die Resilienz im Beratungssetting gegeben, erhöhen sich auch die Erfolgschancen der Ernährungstherapie. 

Resilienz und Verdauung

Ein Mangel an Resilienz erhöht das Stresslevel. Stress wiederrum stört unsere Verdauung. Hintergrund hierfür ist das vegetative Nervensystem und das die Verdauung dem Parasympathikus zugeteilt ist.

 

Das vegetative Nervensystem (auch autonomes Nervensystem) steuert lebenswichtige Körperfunktionen. Unterteilt wird es anhand der Funktion in Sympathikus, Teil des Nervensystems welches in der Aktivität aktiv ist à  „Flucht oder Kampf – Modus“ und in Parasympathikus, Teil des Nervensystems welches in der Entspannung aktiv ist und zur Erholung dient.

 

Unser Verdauungstrakt ist dem Parasympathikus zugeteilt und arbeitet somit in der Entspannung und Erholung am besten.

 

Daher ist auch abzuleiten, dass die Verdauung im Stress nicht die volle Funktionsfähigkeit ausschöpfen kann. Verdauungsbeschwerden werden oft durch Stress verursacht und in einigen Fällen kann Stressmanagement, Entspannung und Achtsamkeit beim Essen bereits einen großen Prozentsatz der Reizdarmsymptomatik lindern. (Reizdarmsyndrom = alle medizinischen Ursachen, sowie Intoleranzen und Allergien wurden ausgeschlossen, aber die Funktion des Verdauungstrakt ist weiterhin gestört à siehe auch meinen Beitrag zum Reizdarmsyndrom)

 

 

Dieses Wissen fließt ebenso in meine Beratungstätigkeit ein. Denn oft braucht es auch eine Adaptierung des Essverhaltens und nicht nur der zugeführten Nahrung. 

 

Wusstest du, dass du durch einfache Atemübungen die Balance zwischen Sympathikus und Parasympathikus herstellen kannst?

Durch gezielte und einfache Atemübungen kannst du die Herzratenvariabilität beeinflussen. Die Herzratenvariabilität ist ein Spiegel der Funktionsfähigkeit des vegetativen Nervensystems. Die Herzratenvariabilität ist ein wichtiger Indikator für psychische Resilienz und Flexibilität im eigenen Ernährungsverhalten und spiegelt die Fähigkeit wider, angemessen mit Herausforderungen in der Ernährungsumstellung und Stress umzugehen.

 

Hier ein paar Beispiele, die die Herzratenvariabilität folgende Bereiche beeinflusst, in denen auch die Ernährung eine Rolle spielt:

 

·       Blutdrucksenkung

·       Verringerung des Risikos von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

·       Abnahme von Angst und Depression

·       Bessere Regulierung des Blutzuckerspiegels

·       Cholesterinsenkung

·       Senkung des Cortisol (Stresshormon) –welches Übergewicht, v.a. Bauchfett begünstigt

·       Verbesserung der Immunabwehr

 

So wie die Ernährung ein Puzzlestein des Erkrankungsbildes/der Erkrankung ausmacht, so macht auch die Herzratevariabilität ein Puzzlestein aus. In Kombination gebracht, kann die Ernährungstherapie effektiver gestaltet werden.

 

 

Für weitere Fragen dazu, wie die Herzratenvariabilität das Ernährungsverhalten beeinflusst kannst du dich gerne an mich wenden

Achtsamkeit

„Die ganze Achtsamkeit bedeutet, dem gegenwärtigen Moment absichtlich besondere Aufmerksamkeit zu schenken, ohne ein Urteil zu fällen“. –Jon Kabat-Zinn

 

 

Achtsam Essen

Wir machen täglich ~ 200 Entscheidungen über das Essen. Studien zeigen, dass 90% davon ohne bewusstes Nachdenken geschehen. – Brian Wansink

Mindless eating (gedankenloses Essen) versus Achtsames Essen

Mindless eating

  • Sich überessen und die Körpersignale ignorieren
  • Essen & Emotionen
  • Alleine Essen zu beliebigen Zeiten und Örtlichkeiten
  • Essen von Lebensmitteln, die emotional beruhigend wirken
  • Essen und Multitasking
  • Betrachtung einer Mahlzeit als Endpunkt

 

Achtsam essen

  • Auf den Körper hören und mit dem Essen aufhören, wenn man satt ist
  • Essen nach Zeichen für Hunger (z.B. Magenknurren, niedriges Energielevel)
  • Gemeinsam mit anderen Essen, an einem fixen Essplatz und nach Möglichkeit zu fixen Zeiten
  • Essen ohne Ablenkung
  • Überlegen, woher die Lebensmittel kommen 

 


Beispiele für mindless eating

Beispiele für achtsames Essen

Literaturnachweise gerne auf Anfrage (office@essen-leib-seele.at)