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Tag der Diaetolog*innen

Jährlich findet am zweiten Mittwoch im März der internationale Tag der Diaetolog*innen statt, um das Bewusstsein für die gesellschaftliche Bedeutung dieser Berufsgruppe zu verstärken. Im Zuge dessen initiierte der Verband der Diaetologen in den sozialen Medien eine Aktionskampagne, um auf qualifizierte Ernährungsberatung und Therapie aufmerksam zu machen. 

 

Nicht übertragbare, durch Ernährung beeinflussbare Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs zählen in Österreich sowie in vielen anderen europäischen Ländern zu den häufigsten Todesursachen. Mehr als 77% der Sterbefälle sind darauf zurückzuführen. Diese Erkrankungen stehen in einem engen Zusammenhang mit Ernährungsfaktoren, die sowohl präventiv als auch therapeutisch vermeidbar bzw. gut behandelbar wären.

 

Ebenso sind eine Vielzahl anderer Erkrankungen mit Ernährungsproblematiken verknüpft – so auch COVID-19. Es ist bekannt, dass schwere Verläufe dieser Erkrankung mit bestimmten Risikofaktoren und den genannten ernährungsabhängigen Erkrankungen einhergehen. Viele Covid-19 Patient*innen mit leichten bis schweren Verläufen leiden an Symptomen wie Appetitlosigkeit, Schluckstörungen oder gastrointestinalen Problemen. Die Folgen sind u.a. massiver Gewichtsverlust und die Entwicklung einer Mangelernährung, die zu vermehrten Komplikationen bis hin zu einer höheren Sterblichkeitsrate führt. Studien belegen, dass Kosten, die durch Mangelernährung verursacht werden, sich auf 2,1% bis 10% der nationalen Gesundheitsausgaben [1] belaufen. Es ist mittlerweile evident, dass dadurch viel mehr Kosten für das Gesundheitssystem entstehen, abgesehen von der verminderten Lebensqualität der Patient*innen.

Diese Beispiele zeigen auf, dass Ernährung ein integraler Bestandteil der Gesundheitsversorgung sein sollte. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum ernährungstherapeutische Maßnahmen bzw. diaetologische Behandlungen noch immer so wenig Beachtung finden“, so die Präsidentin des Verbandes der Diaetolog*innen Österreichs. Anders als bei anderen Therapien wie Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie oder Psychotherapie müssen die Patient*innen finanziell selbst dafür aufkommen – Ernährungstherapie ist keine Kassenleistung! „Es ist nachgewiesen, dass die Behandlung durch Diaetolog*innen eine kosteneffektive und kostensparende Investition ist. Laut internationalen Studien dämpft jeder Euro, der in eine diaetologische Betreuung investiert wird, die Gesundheitskosten: Jeder Euro, der in eine diaetologische Behandlung investiert wird, führt zu einem finanziellen Gewinn von 14 bis 63 Euro [2].

 

 

 

 

 

Als gesetzlich anerkannter und geregelter Gesundheitsberuf (MTD-Gesetz) erhalten Diaetolog*innen nach Abschluss ihres 6-semestrigen Studiums und nach Eintrag in das Gesundheitsberuferegister eine Berufsberechtigung. Im Gegensatz zu gewerblich tätigen Ernährungsberater*innen sind Diaetolog*innen befugt, neben Gesunden, insbesondere auch Kranke ernährungstherapeutisch zu betreuen. Dies wurde 2019 durch einen OGH-Beschluss bestätigt. Sie unterstützen und begleiten Menschen bei ernährungsrelevanten Problemstellungen und führen professionelle Ernährungstherapien nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen durch. Darüber hinaus sind sie auch in der Gesundheitsförderung und Prävention tätig.

Mehr über die verschiedenen Ernährungsangebote und den Ernährungdschungel findest du in meinem Blog Beitrag: Wegweiser durch den Ernährungdschungel.

 

 

[1] Khalatban-Soltani, S. (2015) The Economique Cost of hospital malnutrition in Europe. A narrative Review
[2] Freijer, K. (2018) Annals of Nutrition and Metabolism, 72, 65-79

Text: Pressemeldung Verband der Diaetologen (apa) 
Bildquelle: Verband der Diaetologen, Österreich