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Reizdarmsyndrom

Was tun, wenn die Verdauung nicht so funktioniert wie sie soll?

Bzw. der Darm gereizt ist?

 

Merkst Du, dass Dein Darm gereizt ist? Hast du bereits medizinische Ursachen abgeklärt?

 

Du bist nicht allein. Jeder sechste bis siebte Person leidet an einem bestätigtem Reizdarmsyndrom. Zusätzlich wirkt sich bei 85 % der Personen Stress negativ auf die Verdauung aus. Nicht nur Stress spielt eine Rolle beim Reizdarmsyndrom, sondern eine Vielzahl an Faktoren, wie auch die Ernährung. 

Was ist ein Reizdarmsyndrom?

Unter dem Begriff Reizdarmsyndrom werden funktionelle Darmerkrankungen mit multifaktoriellen Einflüssen und verschiedenen Ausprägungen verstanden.

 

Definiert wird ein Reizdarmsyndrom, wenn …

…Deine Beschwerden im Magen-Darmbereich über 3 Monaten andauern (z.B: Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung)

…die Beschwerden Deine Lebensqualität einschränken und Du aufgrund der Beschwerden ärztliche Hilfe aufsuchst

…die Beschwerden mit einer Veränderung Deines Stuhlganges zusammenhängen

…Du bereits medizinische Ursachen für diese Beschwerden abgeklärt hast und von Deinem Arzt/Deiner Ärztin ausgeschlossen wurden (z.B. Ausschluss von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Divertikel, Zöliakie, Intoleranzen und Allergien und weiterer organischen Ursachen, die Deine Beschwerden verursachen könnten)

 

Wie wird ein Reizdarmsyndrom therapiert?

Die Therapie Deines Reizdarmsyndroms richtet sich nach Deinen Leitsymptomen. Es werden folgende Reizdarmtypen unterschieden: Diarrhoe-Typ (Durchfall), Obstipations-Typ (Verstopfung), Mischtyp mit wechselnden Stuhlverhalten, Schmerztyp/Blähtyp – es dominieren Schmerzen und/oder Blähungen

Eine Lebensstilveränderung mit regelmäßiger Bewegung (insbesondere moderater Ausdauersport) hat langfristig positive Effekte auf Deine Symptomatik und Deine psychische Verfassung. Entspannung und Stressprophylaxe und Ernährungsumstellung gehören ebenso zur Therapie des Reizdarmsyndroms.

 

Welche Ernährungsempfehlungen gibt es beim Reizdarmsyndrom?

Nach den aktuellen Leitlinien für die Ernährungstherapie wird eine Vollkost-Ernährung empfohlen. Wie oben erwähnt sollten vorab Ursachen wie Intoleranzen und Nahrungsmittelallergien ausgeschlossen werden. Die Ernährungstherapie richtet sich nach Deinen Symptomen.

Es gibt keine einheitlichen Empfehlungen, da Dein Reizdarmsyndrom so individuell ist wie DU! Deine Diätologin kann dich hierbei unterstützen.

 

Therapieansätze in der Ernährung?

Anhand eines Ess-Beschwerde-Protokolls und einer ausführlichen Ernährungsanamnese bestimmt Deine Diätologin und Absprache mit Dir deine individuelle Ernährungstherapie.

Der Fokus in der Ernährungstherapie liegt in einer abwechslungsreichen und ausgewogenen und für Dich verträglichen Kost, sowie Vermeidung einer Mangelernährung oder einseitigen Kost.

Hier ein evidenzbasierte (nachweisliche) Ansatzpunkte in der Ernährungstherapie:

·       Angeleitete Auslassdiät anhand Deines Ess-Beschwerde-Protokolls

·       FODMAParme Ernährung als diagnostische Diät bei Reizdarmsyndrom

·       Einsatz von löslichen Ballaststoffen

o   Bei Verstopfungen oder Durchfall können lösliche Ballaststoffe eine gute Unterstützung in der Therapie bieten.

o   Lösliche Ballaststoffe sind

·       Probiotika – Präbiotika – Synbiotika

o   Die Einnahme von Probiotika (Darmbakterien) oder Präbiotika (‚Futter für die Darmbakterien‘) sowie Synbiotika (Darmbakterien + ‚Futter für die Darmbakterien‘) kann gezielt eine Unterstützung bieten.

o   Langfristig wird eine aufbauende Ernährungsumstellung empfohlen

·       Langsam Essen und gut kauen unterstützten die parasympathikus-Wirkung des Verdauungstrakt und die Speisen sind dadurch auch verträglicher.

 

Aktuelle Trends – welche nicht nachweislich empfohlen werden:

·       Glutenfreie Diät  - eine Wirkung wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

o   Bei einer bestehenden Glutensensitivität kann eine glutenarme bzw. glutenfreie Ernährung eine Unterstützung bieten.

o   Merke Dir: Mach nie eine glutenfreie Ernährung vor einer Zöliakie-Abklärung! und Ausschluss einer Weizenallergie

o   Zöliakie ist eine eigenständige chronische Erkrankung und bedarf einer anderen Therapie als eine Glutensensitivität.

o   Ein Mangel an Ballaststoffen sollte vermieden werden.

·       Austestung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten

o   Die aktuellen Leitlinien sprechen sich gegen eine Austestung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten über IgG/IgG4 Tests aus.

o   Diese Tests sind nicht wissenschaftlich basiert und führen oft zu einer unnötigen und problematischen Eliminationsdiät und einer gefolgten Mangelernährung.

·       Stuhlanalyse auf Dysbiose (Darmmikrobiom und Baktierenzusammensetzung)

o   Eine Stuhlanalysen und -diagnostik ist nach den aktuellen Leitlinien NICHT empfohlen.

o   Eine Analyse wäre nur eine Momentaufnahme - Deine Darmflora/Dein Darmmikrobiom verändert sich durch Einflussfaktoren wie Ernährung, Bewegung und Stress.

 

FODMAParme Ernährung als diagnostische Diät bei Reizdarm

Die FODMAParme Ernährung hat das Ziel einer langanhaltenden Steigerung Deiner Lebensqualität und Verbesserung Deiner Symptome im Verdauungstrakt.

FODMAP steht für ‚Fermentierbare Oligosacchardie, Disaccharide, Monosaccharide and Polyole‘ und beschreibt Kohlenhydratgruppen, hinter denen vor allem die Beschwerden im Verdauungstrakt liegen.

 

Es wird anhand einer speziellen Anleitung zur Durchführung dieser FODMAParmen Ernährung Deine individuelle Toleranzgrenze und Verträglichkeit der verschiedenen Lebensmittelgruppe erhoben. Dein Vorteil: Du musst manche Lebensmittel nicht gänzlich streichen, sondern Du kennst deine verträgliche Dosis.

Ziel ist eine FODMAPangepasste Ernährung.

 

Aufgrund des zeitlichen Aufwandes und der starken Einschränkung der Lebensmittelauswahl sollte eine FODMAParme Ernährung immer diätologisch begleitet werden und nie dauerhaft durchgeführt werden. Auch besteht das Risiko, dass die dadurch entstehende Reduktion an Ballaststoffen das Mikrobiom in der Zusammensetzung und Aktivität verändern kann.

 

Ablauf der FODMAParmen Diät als diagnostische Diät bei Reizdarm:

1.       Phase: strenge FODMAParme Diät zur raschen Symptomlinderung

2.       Phase: unter fachlicher Anleitung durch eine Diätologin/einen Diätologen wir die Verträglichkeit der einzelnen FODMAPreicher Lebensmittel ausgetestet

3.       Phase: eigenverantwortliche Symptombehandlung im Rahmen der Langzeiternährung - Ziele: größtmögliche Beschwerdefreiheit und geringstmögliche Einschränkung der Lebensqualität, sowie eine ausreichende Versorgung mit Energie und Nährstoffen.

 

Literaturquellen schicke ich dir gerne, schreib mir einfach: office@essen-leib-seele.at

 

 

Rezepttipp

 

Herkömmliche Suppenwürze enthalten oft Knoblauch oder andere Inhaltsstoffe, welche bei Reizdarm schlecht vertragen werden. 

 

Hier ein Rezept für eine bauchfreundliche Suppenwürze

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Rezept Suppenwürze selbstgemacht -FODMAP geeignet / Reizdarmgeeignet
Suppenwürze selbstgemacht-Reizdarm.pdf
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