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Wegweiser durch den Ernährungsdschungel

Ernährungsberater, Ernährungscoach, Ernährungstherapeut, TCM-Ernährungsexperte, Ernährungswissenschaftler, Diätologe: das Angebot ist riesig & absolut undurchsichtig. Vielleicht hast du dich selbst schon gefragt:

- Nach welchen Kriterien soll ich einen wirklich qualifizierten Berater suchen?

- Wie kann ich das passende Angebot für mich finden?

- Und was ist überhaupt der Unterschied zwischen all den "Experten"?

 

Bist du krank oder gesund?

Das ist die wichtigste Frage! Wenn es dir um Vorbeugung oder Information zu *gesunder Ernährung* geht, hast du die "Qual der Wahl": Gerade im Internet finden sich zahlreiche "Experten" deren Ausbildung, Kompetenz & Qualifikation meist nicht überprüft wird. In Österreich ist zur Ernährungsberatung ein abgeschlossenes Ernährungswissenschaftsstudium inklusive Gewerbeschein oder ein Diätologiestudium gesetzliche Voraussetzung.

 

Fühlst du dich *krank*, oder hast bereits eine *ärztliche Diagnose*, z.B. krankhaftes Übergewicht (BMI > 30 kg/m²), Reizdarm, Laktoseintoleranz, erhöhte Blutfette & Cholesterin, Diabetes, etc. ist die Wahl klar & einfach: Nur Diätologen & Ärzte mit der Zusatzausbildung Ernährungsmedizin können und dürfen dir dann nämlich weiterhelfen. Das Gesetz schreibt klipp & klar vor, dass Kranke & Krankheitsgefährdete nur von diesen beiden Expertengruppen betreut werden dürfen. Warum ist das so?

 

"Better safe than sorry" oder auf gut Deutsch "Sicher ist sicher"

Wenn du dich nicht wohlfühlst, oder du bereits krank bist, soll es dir schnell wieder besser gehen. Ohne Umwege und Experimente. Du möchtest dir durch gut gemeinte aber unpassende Ratschläge & Therapien bestimmt nicht noch zusätzliche Gesundheitsrisiken einhandeln. Machen wir ein kleines Gedankenexperiment:

 

Stell' dir vor, du bist eine 20jährige Frau, und bekommst jedes Mal nach deinem Milchkaffee oder Müsli mit Joghurt Bauchkrämpfe & Durchfall. Du machst dich im Internet auf die Suche, und startest schließlich ein online-Beratungspaket bei einem Darmernährungscoach: Er empfiehlt dir, ab sofort komplett auf Milch & Milchprodukte zu verzichten. Es geht es dir rasch besser, doch 50 Jahren später erleidest du einen Wirbelkörper-Einbruch. Im Krankenhaus wird Osteoporose als Hauptursache festgestellt, die Folge deiner lebenslangen Calciumunterversorgung: Der Ernährungsberater hatte dir nicht erklärt, dass du Käse trotz Laktoseintoleranz bestimmt verträgst, und welche anderen calciumreichen Lebensmittel du alternativ in deinen Speiseplan einbauen kannst, um Osteoporose vorzubeugen. Mit diätologischer Betreuung wären dir diese Spätfolgen erspart geblieben.

 

Auf Diätologen kannst du dich zu 100 % verlassen, denn sie sind top-ausgebildete Experten in Sachen Ernährungstherapie. Für sie ist es nicht nur selbstverständlich, dich nach dem Letztstand der Ernährungsmedizin zu betreuen, sie sind auch gesetzlich dazu verpflichtet. Diätologen schauen aber auch über den Tellerrand, und arbeiten dazu eng mit Experten anderer Fachrichtungen zusammen.

 

Und was sind Diätologen genau?

Diätologen sind - im Gegensatz zu vielen anderen Beratern im Ernährungsbereich - gesetzlich anerkannte Experten, inklusive geschütztem Namen & offizieller Berufsberechtigung.

 

Ich habe meine Ausbildung an der FH St. Pölten absolviert und anschließend den Master in Ernährungsmedizin.

 

Der Unterschied zu den selbsternannten "Ernährungsexperten" ist enorm:

Diätologen studieren drei Jahre in Vollzeit an einer Fachhochschule. Da nur wenige Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen, ist die Zulassung zum Studium hart: Nicht nur die physische & psychische Eignung, sondern auch Unbescholtenheit, soziale Kompetenz und Fachwissen werden bei Aufnahmeprüfung & Bewerbungsgespräch überprüft. Die Ausbildungsinhalte sind im österreichischen [Gesetz der medizinisch-technischen Dienste](https://www.mtd-austria.at/fileadmin/Rechtliches/MTD-Gesetz__Fassung_vom_16.10.2010.pdf) genau [definiert](https://www.mtd-austria.at/fileadmin/Rechtliches/BGBLA_2006_II_2.pdf) und standardisiert. Nicht nur Theorie ist wichtig, 25 % der Ausbildung müssen als Praktika in Krankenhäusern, Rehakliniken und Gesundheitszentren absolviert werden. Neben zahlreichen Theorieprüfungen werden während der Praktika mindestens zehn Patientenfälle mit unterschiedlichen Krankheitsbildern ausgearbeitet, und als "Diätologischen Prozesse" niedergeschrieben. Eine Bachelorarbeit & Bachelorprüfung schließen die umfassende Ausbildung ab.

„Diätologin/Diätologe“ darf sich nur nennen, wer die Fachhochschul-Ausbildung erfolgreich absolviert hat, und im [Gesundheitsberuferegister](https://www.gesundheit.gv.at/professional/gbr/gesundheitsberuferegister) eingetragen ist. Nur Diätologen & Ärzte mit Spezialdiplom Ernährungsmedizin dürfen Kranke und Krankheitsgefährdete ernährungstherapeutisch betreuen.

 

Ernährungswissenschaftler haben zu wenig Praxis

 

Selbst Ernährungswissenschaftlern dürfen laut österreichischem Gesetz nur mit Gesunden arbeiten, weil sie in ihrer Ausbildung die praktische Arbeit mit Kranken nicht lernen. Daher auch das gesetzliche Verbot, Menschen mit körperlichen Beschwerden oder Krankheiten zu beraten. Dazu zählen z.B. Diabetes, Bluthochdruck, Unverträglichkeiten, Verdauungsprobleme oder eine Krebserkrankung. Ist ein Klient zum Beispiel krankhaft übergewichtig (Body Mass Index > 30kg/m²), oder werden im Lauf der Betreuung irgendwelche Erkrankungen bekannt, so muss er zu Arzt oder Diätologen geschickt werden. Das fundierte 3jährige Universitätsstudium der Ernährungswissenschaften wird aber als naturwissenschaftliche Berufsvorbildung anerkannt. Dadurch dürfen sich Ernährungswissenschaftler in einem einjährigen [Vollzeit-Ergänzungsstudium](http://www.fhstp.ac.at/weiterbildung/angewandte-ernaehrungstherapie) an einer Fachhochschule zum Diätologen weiterbilden. Nach diesem Zusatzabschluss dürfen sie dann sowohl Kranke als auch Gesunde betreuen.

Die wesentlichen Unterschiede nochmals für dich im Überblick:

 

 

Ausbildung

praktische Arbeit

Acht Punkte, warum es sich für dich lohnt, eine Diätologin zu engagieren:

 

1. Auf eine Diätologin kannst du dich zu 100 % verlassen.

2. Du arbeitest mit einer top-ausgebildeten Expertin in Sachen Ernährungsmedizin, die ihr Wissen ständig erweitert, und am Puls der Zeit hält.

3. Sie berät, coacht & therapiert dich nach den aktuellsten Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft und -medizin.

4. Falls nötig arbeitet deine Diätologin dazu eng mit Experten anderer Fachrichtungen zusammen.

5. Du bekommst auf dich maßgeschneiderte Empfehlungen und erprobte Tipps & Tricks, die sicher funktionieren.

6. Deine Diätologin hilft dir dabei, diese in deinen Alltag einzubauen.

7. Sie schreibt die gemeinsame Arbeit genau auf, diese Mitschrift kannst du zehn Jahre lang jederzeit bekommen.

8. Deine (Kranken)geschichte bleibt immer unter vier Augen.

 

Diese acht Punkte sind für Deine Diätologin *nicht nur selbstverständlich*, sie ist auch *gesetzlich dazu verpflichtet* - im Gegensatz zu allen anderen Beratern im Ernährungsbereich.

 

So, ich hoffe, du findest dich im "Ernährungsdschungel" nun etwas besser zurecht.

 

 

Für eine leichtere Lesbarkeit habe ich auf Nennung beider Geschlechter verzichtet. Literaturquellen schicke ich dir gerne, schreib mir einfach: office@essen-leib-seele.at